Die Geschichte der LUS! zu St. Pauli in Mainz im Überblick

Tradition mit Zukunft

Die Paulinerkirche in LeipzigeDie Paulinerkirche in Leipzig

Die ersten Anfänge des Paulus gehen zurück bis in das Jahr 1819. Der Universitätsorganist Traugott Wagner trifft sich mit Studenten im Gasthof zum Pelikan, um gemeinsam zu singen. Am 4. Juli 1822 gründet sich schließlich der Universitätssängerverein zu St. Pauli als Chor mit 16 Mitgliedern zum Ziele der musikalischen Umrahmung von Gottesdiensten in der Leipziger Paulskirche. Der Paulus wächst: Ab 1840 wird man an Gewandhauskonzerten beteiligt, in den 50er- und 60er-Jahren entwickelt man sich zu einer Vereinigung mit Wappen, Zirkel, Bannerlied und eigenem Liederbuch, dem Vivat Paulus (seitdem in mehreren Auflagen erschienen, zuletzt 1997).

1875 wird der Sängerverein zu einer von der Leipziger Universität hoch geschätzten eigenständigen Korporation, die immer weiter an Profil gewinnt. Es wird ein eigenes Nachrichtenblatt, die Pauliner-Zeitung, geschaffen (1889), die Alten Herren schließen sich mit damals bis zu 1200 Mitgliedern im Verband der Alten Pauliner e.V. zusammen (1893), das Anlegen der hellblau-weiß-dunkelblauen Trikolore wird zum Zeichen aller Pauliner (1900), man führt eigene Waffen (1903) und nennt sich endlich Universitätssängerschaft zu St. Pauli (1919).

Der Paulus überlebt schwere Zeiten

Der Paulus ist zu einer der größten und angesehensten Korporationen Sachsens geworden. Seit Jahrzehnten gelingt es immer wieder in Zusammenarbeit mit großen Komponisten und Dirigenten wie M. Reger, H. Zöllner, H. Kretschmar oder H. Grabner herausragende musikalische Leistungen wie das Aufführen eigener Operetten zu vollbringen.


Die NS-Herrschaft führt zur Gleichschaltung der gesamten Gesellschaft und somit zur Auflösung der Aktivitas. Die Pauliner werden in die Kameradschaft "Theodor Körner" eingegliedert, halten jedoch weiterhin Kontakt.

Leipziger Adventstage: Der Paulus an seiner alten WirkungsstätteLeipziger Adventstage: Der Paulus an seiner alten Wirkungsstätte

Nach dem Zweiten Weltkrieg findet 1949 ein erster Convent statt. In Mainz wird 1953 der aktive Paulus als Leipziger Universitätssängerschaft zu St. Pauli in Mainz neu gegründet. Denn unter dem SED-Regime sind Korporationen verboten.  Im Sommer findet ein erstes Siftungsfest, im Winter ein erstes Hauskonzert statt. Drei Jahre später erhalten die jungen Aktiven eine neue Heimstatt: in Gonsenheim erwerben die Pauliner, maßgeblich ermöglicht durch namhafte Spenden und Erbschaften Leipziger Alter Herren, unser Haus am Großen Sand und verwalten es im neu gegründeten Verein Paulinerheim e.V., der sowohl die Erweiterung (1965) und als auch die Renovierung (Ende der 90er-Jahre) bewältigt. Die Aktivenzahlen entwickeln sich günstig. So können wieder große Aufführungen zu Stiftungsfesten geboten werden: Es seien hier stellvertretend das Cherubini-Requiem (1966) und Orffs Carmina Burana (1997, auf CD erhältlich!) genannt.

Der moderne Paulus

1967 wird der Pauliner-Chor zum gemischten Chor umgebildet. Der Charakter als Korporation in ihrer Tradition wird gewahrt, die Chordamen bilden heute als "3. Säule des Paulus" neben den Aktiven und den Alten Herren eine wesentliche Stütze des studentischen Lebens in unserer Gemeinschaft. Im Oktober 2010 begibt sich die Sängerschaft zu ihren Ursprüngen nach Leipzig. Die Empfangshalle des alten Verbindungshauses durchhallt das Bannerlied.

Heute präsentiert sich der Paulus in Mainz als Ort der Zusammenkunft und Zusammenarbeit vieler Generationen, als Korporation, die sich durchaus der Herausforderungen der Gegenwart bewusst ist und diesen engagiert und weltoffen begegnet. Nicht zuletzt bietet er jungen Studenten die Möglichkeit, eine moderne und vorurteilsfreie Lebensweise mit den sinnstiftenden Wurzeln einer Sängerschaft und ihrer Mitglieder zu verbinden.

Einfach reinhören

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